Cristoph Luise
P
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u
l
[1755]  
Felix Friedrich Paul
Rauchhaupt

Geboren : 14.05.1835 in Coethen/Anhalt
Gestorben : 25.02.1851
Unverheiratet
Kommentar :
22.05.1835 katholisch getauft
Ging seit dem 15. Lebensjahr zur See
Verschollen
Aus der Familienchronik der Rauchhaupt:
Nr. 65 des Geschlechts- Registers wurde am14. Mai 1835 als 4. Sohn des Herzoglichen Lakais und späteren Amtsboten Johann Gottfried Christoph und dessen Ehefrau Friederike Ernestine Luise Müller, in Coethen geboren und am 23. Mai 1835 in der katholischen St. Marien- kirche daselbst getauft. Nachdem seine Eltern im Jahre 1839 nach Nienburg an der Saale übergesiedelt waren, besuchte er seit dem Jahre 1841 die Gemeindeschule dieses Ortes. Nach der Rückkehr seines ältesten Bruders, Friedr. Christian, meines seligen Vaters ( des Bearbei- ters der Chronik) aus dem Dänischen Kriege, nahm ihn dieser im Jahre 1847 zu sich nach Coethen und ließ ihn bis zu seinem 15. Lebensjahr eine höhere Schule besuchen. Von dem Wunsche beseelt, nach Vollendung seiner Schulzeit zur See zu gehen, meldete sein väterlich sorgender Bruder den jungen kräftigen mit guter Schulbildung versehenen Burschen am 4. Februar 1850 als Freiwilliger bei dem See-Zeugmeister für die Nordküste in Bremerhaven an und erhielt hierauf nachstehendes Schreiben:
Nr. 273
Der See-Zeugmeister für die Nordküste
an den Herrn Friedrich Rauchhaupt, Coethen.
Auf Ihr Schreiben vom 4. des Monats erwidere ich, daß Ihr Bruder als Schiffsjunge keine Gelegenheit hat eine Schule, die übrigens vorerst nur für die Seejunker der Reichs-Marine eingerichtet ist, zu besuchen, da er lediglich zur Erlernung des praktischen Dienstes verwendet wird.
Bremerhaven den 13. Februar 1850
der Contre Admiral, See Zeugmeister für die Nordküste.
in Stellvertretung Uschwazernitz
j. S. d. M. And. Weber Capitain.

Nachdem Paul seine Einberufung zur See erhalten hatte, trat er am 1. April 1850, nach vorheriger schwerer Verabschiedung von seinen Eltern und Geschwistern, seine Reise nach Bremerhaven an. Sein Bruder Friedrich brachte ihn noch zur Bahn und gab ihm seine herzlichen Glückwünsche mit auf den Weg. Fast ein volles Jahr war verflossen als er seinen Bruder zum ersten Male über seine Erlebnisse schrieb. Er war mit dem Vorsatz weggegangen, erst dann von sich etwas hören zu lassen, wenn er eine bestimmte Charge (Dienstgrad) in seinen Berufe erreicht habe. Sein Brief vom 25.Februar 1851, geschrieben an Bord der Fregatte Eckernförde ist unter den Werkchen gesondert beigegebenen Urkunden niedergelegt. Es war der Erste und auch der letzte Brief den er geschrieben hat. Seit jener Zeit hat Paul nichts wieder von sich hören lassen und so muss angenommen werden, daß er auf hoher See bei Sturm und Wetter zu Grunde gegangen ist.
Alle eifrigen Nachforschungen meines Vaters bei der zuständigen Behörde, über den Verbleib seines Bruders blieben erfolglos, es konnte ihm nur mitgeteilt werden, das ein Paul Rauchhaupt bei der Marine nicht bekannt sei, nur ein Rauchhaus. Wir kommen nun zu den Nachkommen des Zimmermanns Christian Heinrich Rauchhaupt, Waldau bei Bernburg Nr. 50 des Geschl.-Registers.
Line/Ast:
Ast Albrecht
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