Das Rittergut Hohennauen mit den Vorwerken Elslak und Schonholz, im Westhavelländischen Kreis, liegt dreiviertel Meilen von der Stadt Rathenow an dem dazu gehörigen Hohennauener See gelegen.

Das Rittergut wurde im 17. Jahrhundert in vier Teile gegliedert. Zwei Teile (Teil 2 und 3) besaß ab 1692 Johann Gottfried von Rauchhaupt. Die anderen Teile waren unter den von der Hagen vereinigt. Ab 1692 bzw. 1731 bestanden zwei Herrensitze. 1781 bzw. 1802 wurden die Güter mit Wassersuppe, Witzke, Schönholz und Elslake majorisiert. Von 1802 bis 1945 blieb das Gut im Besitz der Familie Kleist von Bornstedt.

Die Dorfkirche, ein barocker Putzbau, entstand 1724. Der backsteinerne Westturm geht auf den romanischen Vorgängerbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Er stellt einen typischen Wehrturm mit Schießscharten dar. Bis ins Mittelalter wachte er über die einzige Straße von Rathenow ins Rhinower Land. Der Turm gehört zu den ältesten Backsteinbauwerken der gesamten Mark Brandenburg.

Sehenswert ist der reiche geschnitzte Altaraufsatz und die Kanzel von 1610. Die Taufe aus Sandstein stammt aus dem Jahre 1603 und gehörte zum Vorgängerbau. Daneben finden sich Sandstein- und Holzepitaphe der Familie von der Hagen und Rauchhaupt-Bornstedt aus den Jahren 1759 bzw. 1708. Unter der Patronatsloge steht der um 1769 entstandene prunkvolle Sandsteinsarkophag der Katharina Hedwig von der Hagen mit Allianzwappen und Inschriften. Mehrere Gemälde aus dem 18. Jahrhundert zieren das Innere.

Die Burg war bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg völlig verfallen. Auf den Grundmauern baute Johann Gottfried von Rauchhaupt um 1700 ein Herrenhaus als Fachwerkgebäude. Dieser Bau wurde später ergänzt und bildet nun den Westflügel.
Das Schloss wurde unter der Herrschaft des Hans Ehrenreich von Bornstedt, der die Enkelin des Herrn von Rauchhaupt geheiratet hatte, 1778 erheblich umgestaltet und später teilweise verputzt. Der Bau wurde 1928 stark verändert und erhielt den Mittelrisalit. Bis in die Gegenwart diente das Gebäude als Schule.

1386 Die slawische Burg "Hus tu Hogenowen" gelangt in den Besitz des Brandenburger Bischofs.
1441 Die Familie von der Hagen wird mit Hohennauen belehnt.
bis 1669 Die von der Hagen bleiben alleinige Besitzer von Hohennauen
1669 Friedrich Ludwig von der Hagen verkauft zwei Teile (erster und vierter) an Johann Gottfried von Rauchhaupt [971]
1700 Auf den Fundamente der Burg wird auf Veranlassung der von Rauchhaupts ein Wohnhaus aus Eichenholzfachwerk mit unverputzten roten Ziegeln gebaut.
1751 Anna Helene von Quast ( geb. von Rauchhaupt) bekommt Hohennauen
1775 Hohennauen geht weiter an Tochter Johanna Friederike von Bornstedt
1792 Am nördlichen Ende des zugehörigen Gutsparks errichtete die Familie von der Hagen einen elfachsigen Putzbau mit Walmdach. Nach 1945 wurde er als Kinderheim und seit der Sanierung (1999-2001) wird er gewerblich genutzt.
23.08.1807 Hans Ehrenreich von Bornstedt aus dem Hause Küstrinchen i. d. Neumark (*1722) stirbt auf Hohennauen


Vergleiche aber auch Landin.
Eine Ausführliche Beschreibung findet sich in dem Buch "Die Herrenhäuser des Havellandes" S.150 ff.



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